Die Farbe des Pazifiks verändert sich durch die massive Ansammlung von Kunststoffabfällen. Eine Studie der Universität Bergen, veröffentlicht im Fachjournal Communications Earth & Environment, zeigt, dass das Wasser rund um den Great Pacific Garbage Patch in den letzten 20 Jahren messbar heller geworden ist. Die Forscher beobachteten einen leichten Cyan-Stich, der durch eine verstärkte Reflexion von Licht im blauen und grünen Wellenlängenbereich verursacht wird.

Das Team um Daniel Koestner und Shea Cheatham analysierte hierfür Satellitendaten aus den Jahren 2002 bis 2022. Um die Ursache zu finden, zerkleinerte Koestner Plastikmüll zu einem sogenannten „Smoothie“, um im Labor zu untersuchen, wie Partikel aus Polystyrol, Polypropylen und Polyester Licht streuen. Die Ergebnisse belegten, dass diese Kunststoffe Licht stärker streuen als organisches Material wie Algen, was die beobachtete Farbverschiebung in den Satellitendaten erklärt.

Der Great Pacific Garbage Patch erstreckt sich zwischen Hawaii und Kalifornien über rund 1,6 Millionen Quadratkilometer und ist damit mehr als viermal so groß wie Deutschland. Laut der Organisation The Ocean Cleanup gab es im Jahr 2018 etwa 1,8 Billionen Plastikteile mit einem Gesamtgewicht von circa 79.000 Tonnen. Zwar machen Mikroplastik-Partikel nur etwa 8 Prozent der Masse aus, sie stellen jedoch rund 94 Prozent aller gefundenen Teile dar.

Diese Entdeckung könnte die Überwachung der Meere revolutionieren, da Wasserproben bisher mühsam durch Schiffe entnommen werden müssen. Koestner betont, dass eine Bestätigung dieser Farbmethode es ermöglichen würde, die Verschmutzung global per Satellit zu verfolgen und Zielgebiete für Aufräumarbeiten festzulegen. Dies ist besonders kritisch, da jährlich bis zu 13 Millionen Tonnen Plastik in die Ozeane gelangen, wovon bis zu 11 Millionen Tonnen auf dem Meeresboden lagern könnten.