Die Außenminister der G20-Staaten sind für ein Treffen in Atlanta, USA, zusammengekommen, an dem auch der russische Vertreter Sergej Lawrow teilnahm. Für Deutschland ist Minister Wadephul bei diesem Treffen vertreten. Die Zusammenkunft in den Vereinigten Staaten wird als eine Art Generalprobe für den kommenden G20-Gipfel der großen Industrie- und Schwellenländer gewertet, der in etwa sechs Wochen stattfindet.

Trotz der Anwesenheit Lawrows am Verhandlungstisch zeichnet sich derzeit kein Ende der diplomatischen Eiszeit zwischen Russland und den europäischen Mitgliedsländern ab. Dies wurde insbesondere durch den Verzicht auf das traditionelle Gruppenfoto aller Teilnehmer deutlich. Die Außenminister verzichteten aus Protest gegen die Anwesenheit des russischen Vertreters auf dieses gemeinsame Bild.

Der deutsche Minister Wadephul begründete diesen Schritt damit, dass er keine „falschen optischen Signale aussenden“ wolle. Diese Entscheidung unterstreicht die anhaltende Distanz der europäischen Staaten gegenüber der russischen Führung. Die symbolische Geste verdeutlicht, dass die politische Lage trotz der offiziellen Gespräche weiterhin angespannt bleibt.

Auch in den Beziehungen zu den USA ist laut Sergej Lawrow keine Entspannung eingetreten. Zuvor hatte der russische Außenminister noch von einem „angenehmen“ Gespräch mit US-Außenminister Marco Rubio berichtet. Dennoch bleibt die allgemeine diplomatische Stimmung zwischen den beteiligten Großmächten auf einem niedrigen Niveau.