Der oberösterreichische Faserhersteller Lenzing verzeichnet in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 eine finanzielle Schwächelphase. Der Umsatz sank in diesem Zeitraum von 1,972 Milliarden Euro im Vorjahr auf 1,926 Milliarden Euro. Das Unternehmen führt diesen Rückgang primär auf geringere Verkaufsmengen zurück, die aus einem gezielten Zurückfahren der Produktion resultierten.

Die Verluste haben sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verschärft. Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf minus 130,3 Millionen Euro, gegenüber einem Verlust von 105 Millionen Euro im selben Zeitraum des Vorjahres. Parallel dazu ging das Betriebsergebnis vor Abschreibungen von 340 Millionen Euro auf 316 Millionen Euro zurück.

Trotz dieser Zahlen sieht CEO Georg Kasperkovitz eine positive Entwicklung im dritten Quartal, in dem die bereinigte EBITDA-Marge von 13,3 Prozent auf 17,3 Prozent stieg. Laut Kasperkovitz zeigen diese stabilen Ergebnisse und die verbesserte Marge, dass die implementierten Profitabilitätsmaßnahmen Wirkung entfalten. Das Unternehmen strebt mittelfristig ein erneutes Umsatzwachstum sowie eine EBITDA-Marge zwischen 20 und 25 Prozent an.

Um diesen Turnaround zu realisieren, setzt Lenzing auf eine neue Strategie, die den Ausbau des Vliesstoffgeschäfts und einen Fokus auf Premium- und Spezialfasern vorsieht. Diese Neuausrichtung ist mit harten Einschnitten verbunden: Bis Ende 2027 sollen weltweit insgesamt 2.000 Stellen gestrichen werden. Ein wesentlicher Schritt ist die Schließung des Werks in Heiligenkreuz im Frühjahr 2027, wodurch 285 Mitarbeiter betroffen sind.

Die personelle Reduktion ist bereits im Gange, da die Belegschaft bis Ende September auf 7.374 Mitarbeiter sank, verglichen mit 7.738 zum Vorjahreszeitpunkt. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 prognostiziert das Unternehmen ein bereinigtes Betriebsergebnis vor Abschreibungen zwischen 430 und 460 Millionen Euro, was über dem Niveau des Vorjahres liegen würde.