Südkorea plant für das Jahr 2027 eine massive Ausweitung seiner staatlichen Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) und Halbleiter. Präsident Lee Jae Myung stellte im Parlament einen Haushalt vor, der für diese Bereiche 21,3 Billionen Won, was rund 14,3 Milliarden Euro entspricht, vorsieht. Diese Summe stellt ein Rekordhoch dar und entspricht laut Lee Jae Myung fast dem Doppelten des diesjährigen Betrags.
Die technologische Aufrüstung ist eng mit der militärischen Strategie verknüpft, um die Streitkräfte in eine sogenannte „intelligente Elite-Streitmacht“ zu transformieren. Im Zuge dessen plant die Regierung eine Erhöhung des Verteidigungshaushalts um etwa acht Prozent gegenüber dem aktuellen Jahr. Konkret sollen Mittel für die Beschaffung von Kampfflugzeugen vom Typ KF-21 sowie für U-Boote mit Atomantrieb aufgewendet werden.
Die Maßnahmen erfolgen vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen mit Nordkorea, mit dem Südkorea offiziell seit dem Ende des Koreakriegs 1953 im Kriegszustand steht. Nordkorea hat kürzlich Waffentests durchgeführt, darunter eine Hyperschallrakete mittlerer Reichweite und ein präzisionsgelenktes Torpedosystem. Nach Angaben Nordkoreas wurde bei diesen Entwicklungen bereits KI-Technologie eingesetzt.
Südkorea positioniert sich damit als zentraler Akteur im globalen KI-Wettbewerb, unterstützt durch Branchenriesen wie SK Hynix und Samsung. Diese Unternehmen sind weltweit führend in der Herstellung von Speicherchips. Die Bedeutung der bilateralen Beziehungen wurde jüngst durch den Besuch des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz (CDU) unterstrichen, der für eine verlässliche Partnerschaft zwischen beiden Ländern warb.



