Der Zusammenschluss von Unternehmen unter dem Namen Climate Business Circle fordert eine drastische Beschleunigung der Elektrifizierung in Österreich. Die Initiatorin Christiane Brunner kritisiert, dass die Politik derzeit zu säumig handle, was die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts gefährde. Laut Brunner wird sich der Strombedarf in den kommenden Jahren verdoppeln, weshalb die Energiewende als entscheidend für die wirtschaftliche Zukunft eingestuft wird.

Trotz des Images als Land der grünen Energie hinkt Österreich beim Anteil des Stroms an der gesamten verbrauchten Energie hinterher. Im Jahr 2024 lag dieser Wert bei 22,6 Prozent und damit unter dem Durchschnitt der Europäischen Union. Viele Unternehmen streben einen Ausstieg aus Öl und Gas an, scheitern jedoch an fehlenden Energiequellen sowie unzureichenden Speichern und Netzen.

Die Kritik an der bürokratischen Umsetzung ist deutlich. Angela Bachmann, die neue CEO der Zementfirma Holcim für Österreich, spricht von einem herrschenden Stillstand und bemängelt, dass in Österreich zu lange auf politische Entscheidungen gewartet wird, während Nachbarländer bereits investieren. Karl Sagmeister von Schneider Electric ergänzt, dass die Elektrifizierung ein zentrales Standortthema sei und zwingend stabile sowie effiziente Netze voraussetze.

Um den Wandel zu bewältigen, fordert Brunner eine Gesamtstrategie, die alle politischen Ebenen vom Bürgermeister bis zur Ministerin einbezieht. Sie betont, dass es nicht mehr möglich sei, über jedes einzelne Windrad separat abzustimmen, da klare Rahmenbedingungen nötig seien. Zudem plädiert sie für die strikte Einhaltung der Klimaneutralität bis 2040, um bei den Klimazielen einen Zahn zuzulegen.